Besuch im buddhistischen Zentrum mit der EF

Der EF-Religionskurs mit Frau Flocke im buddhistischen Zentrum
Das Halbjahresthema des Religionskurses Evangelische Religion der Einführungsphase (EF) lautet: „Auf der Suche nach Identität und meinem Weg durchs Leben – Wer bin ich? – Impulse zum Selbstverständnis des Menschen.“

Wir haben uns diesem Thema genähert, indem wir u.a. das Menschen- und Gottesbild im Christentum, Judentum und Islam angesehen haben. Um das buddhistische Menschenbild, besser verstehen zu können, fuhr der evangelische Religionskurs von Frau Flocke nach Aachen in eines der buddhistischen Zentren.

Wir wählten das Zentrum in der Brabantstraße, das ein Beispiel des Diamantweg Buddhismus der Karma-Kagyü-Linie ist. Der Ursprung dieser buddhistische Schule liegt beim historischen Buddhah und entwickelte sich zu einem Erleuchtungsweg in Indien und Tibet. Dieses Zentrum,
wie auch andere dieser Linie in der westlichen Welt wurde von dem Dänen Lama Ole Nydahl und seiner Frau Hannah im Auftrag des 16. Karmapa gegründet.

In den Zentren praktizieren ausschließlich Laien. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Lehre in der jeweiligen Landessprache vermittelt wird. In dieser Schule besitzen die Lehrern, die sog. Guruyogas, eine wichtige Rolle. Meditiert wird auf den 17. Karmapa. Es geht darum, wie die Werte des Buddhismus, z.B. Güte, Mitgefühl, Gleichmut, im Alltag gelebt werden und so zu einem zufriedeneren Leben beitragen können
und so den Mensch näher an das „Nirvana“ bringen kann, einem paradisischen Zustand der Vollkommenheit.

Frau Palma begrüßte uns im Zentrum mit einer heißen Tasse Tee und hielt anschließend einen kleinen Vortrag. Im Gegensatz zum Christen-
tum ist der Buddhismus eine Selbsterlösungsreligion. Jeder Mensch besitzt im Buddhismus die Buddhanatur. Das bedeutet der Mensch wird grundsätzlich als gut angesehen und besitzt alle Fähigkeiten und Potentiale um das Nirvana (Erleuchtung) zu erreichen. Das Handeln des Menschen wird nicht als gut oder böse bewertet, sondern nach Ursache und Wirkung. Ist sein Verhalten dem Heilsziel förderlich oder nicht.
Wie sein Leben verläuft, bestimmt sein „Karma“ und seine Widergeburt.

Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass die Karmapa – wie auch der Dalai Lama – Menschen sind, die ihren Mitmenschen helfen wollen, das Nirvana zu erreichen und sich bewusst für eine Wiedergeburt entscheiden.

Anschließend hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit Fragen zu stellen. So stellte sich heraus, dass es im Buddhismus keinen Schöpfer der Erde gibt, wie wir das im Christentum kennen, sondern dass die Buddhisten die Entstehung der Welt mit der Evolution erklären. Auch erfuhren sie, dass es keine individuelle Seele gibt.

Zum Abschluss konnten die Schülerinnen und Schüler freiwillig an einer kleinen Regenbogen-Meditation teilnehmen, in der es um die Verbundenheit der Menschen ging.