Geschlossene Gesellschaft

Als krönender Abschluss ihrer Unterrichtsreihe über Jean-Paul Sartres Theaterstück Huis Clos machte sich der Grundkurs Französisch des Jahrgangs 13 auf nach Bonn, wo zufälliger- und glücklicherweise im gleichen Zeitraum im Euro Theater Central das 3-Personen-Stück in der Originalsprache aufgeführt wurde. Schnell merkten die Schülerinnen und Schüler, dass sich – trotz der Kürze des Stücks - der weite Weg in die ehemalige Hauptstadt gelohnt hat, ist es doch ein gewaltiger Unterschied, ob man ein Theaterstück liest oder aufgeführt auf der Bühne erlebt.

Huis Clos gilt als das Theaterstück, das am eindrücklichsten die existentialistische Philosophie Sartres darstellt. Ein Leitmotiv des Stückes ist die Beziehung der Protagonisten zueinander, die zu Beginn des Stückes in der Hölle ankommen und sich dort dem Prozess der fortschreitenden Aufhebung der Selbsttäuschung unterziehen müssen.

Gruppenfoto auf den trois canapés der drei Hauptfiguren des Theaterstücks Huis Clos.
Den Schauspielern, alle drei Muttersprachler, gelang es in bewundernswerter Weise den den Oberstufenschülerinnen und -schülern bekannten Text lebendig zu machen. Die schauspielerische Leistung war grandios und verwundert fragte man sich, warum solche Schauspieler auf einer kleinen statt auf einer großen Bühne spielen. Doch nach und nach dämmerte es den Langerweher Zuschauern, dass auch sie in gewisser Weise zu einer geschlossenen Gesellschaft gehören; nämlich zu der, die nach jahrelanger Arbeit in der Lage ist, einem thematisch anspruchsvollen Theaterstück in französischer Sprache folgen zu können. Ein Grund mehr sich über den gelungenen Theaterabend zu freuen.