Reisebericht - Lettland von Jannis Hilbig

Wir landeten am 2. Juni 2015 mittags in Riga und wurden freund-
lich von unseren Gastfamilien am Flughafen in Empfang genommen. Danach fuhren wir mit ihnen von Riga in den 40 km entfernten Ort Olaine, wo sich die Olaine II. Vidusskola befindet. Dies ist eine Schule, deren Schülerschaft überwiegend russischsprachig geprägt
ist und somit der Unterricht von der I. Klasse an auf Russisch stattfindet, allerdings die Schülerinnen und Schüler sukzessive auf die lettischsprachigen Abschlussprüfungen vorbereitet werden.

Nachmittags hatten wir Gelegenheit die Stadt und deren Bewohner kennenzulernen, bevor wir am zweiten Tag in der Schule mit einer Feier willkommen geheißen wurden. Präsentiert wurden uns tra-
ditionelle musikalische und tänzerische Beiträge sowie kulinarische Köstlichkeiten.Anschließend fuhren wir nach Riga, welche sowohl Hauptstadt, als auch geografischer und kultureller Mittelpunkt der lettischen Republik ist. Dort besuchten wir das Sonnenmuseum. Die Sonne ist für die Letten äußerst wichtig, da sie diese als allmäch-
tige Mutter betrachten.

Der nächste Morgen war leider weitaus weniger gemütlich: schon
um 6:40 Uhr startete unser Bus in den nahegelegenen Kemeri-
Nationalpark, der uns mit einem Schwefelgeruch empfing. Dieser wird durch das nährstoffhaltige Wasser der Seen verursacht, wel-
ches der Ursprung für eine atemberaubende Artenvielfalt an außer-
gewöhnlichen Vögeln und Pflanzen ist und zur starken Ausbreitung von Moorboden führt. Um nicht einzusinken, durchwanderten wir
den Nationalpark im Gänsemarsch auf extra angelegten kilometer-
langen, jedoch sehr schmalen Stegen.Während der Wanderung konnten wir einen endlosen Blick über das riesige Moorgebiet und
die zahlreichen Wasserflächen genießen, mussten uns aber auch gegen angriffslustige Moskitoschwärme zur Wehr setzen.

Am darauffolgenden Tag ging es noch früher, um 5:00 Uhr mor-
gens, aus den Federn. Wir wollten den Tag auf einem Campingplatz nahe desRazna-Nationalparksverbringen und dort übernachten. Allerdings mussten wir dafür ganze vier Stunden mit dem Bus an-
reisen. Unterwegs aßen wir in Latgaleim Brotmuseum (National
Food Museum) zu Mittag.Die meisten mochten das Essen nicht so gerne, ich jedoch verschlang Unmengen des Gebäcks, welches es alsDessert gab.Darauf besuchten wir eine orthodoxe Kirche auf
dem Karaļu(Königshügel) inLiepukalns. Am Abend aßen wir im Haupthaus des Campingplatzes und wurden dabei von einer let-
tischen Volkstanzgruppe unterhalten. Später verbrachten wir einen schönen Abend zusammen mit unseren Lehren bei mitternächtli-
chen Tanzstunden.

Der letzte Tag hielt für uns die lange Rückreise nach Olaine bereit. Wir packten in Riga unsere Sachen und hatten eine durchwachte Nacht da wir bereits um 3:00 Uhr zum Flughafen aufbrechen muss-
ten.Dort verabschiedeten wir uns schließlich und stiegen in den Flieger zurück nach "Germanski" wie die Letten zu sagen pflegen. Trotz der überbordenden Gastfreundschaft waren wir froh wieder
auf dem Heimweg zu sein.