Besuch vom Londoner Globe Theatre

Wenn rund 250 Oberstufenschülerinnen und -schüler unserer Schule nach einem knapp eineinhalbstündigen Vortrag über Shakes-
peare & Das Globe Theatre sitzen bleiben und hoffen, dass es noch eine Zugabe gibt, dann liegt es daran, dass der Redner Patrick Spottiswoode war. Er ist nicht nur ein begnadeter Schauspieler am Globe Theatre in London, sondern auch Direktor des Bereichs 'Bildung' dieses Kulturtempels an der Themse.

„Gar nicht langweilig“ und „der beste Vortrag, den ich je gehört habe“ sind nur zwei der Schüler-Kommentare, die man spontan
hören konnte. Und das möchte Patrick Spottiswoode auch auf seinen Autor William Shakespeare und dessen Werk übertragen sehen. Denn Shakespeares Stücke und Verse, so Spottiswoode, sind immer noch aktuell und sie sind « gar nicht langweilig“, wenn man sie so erlebt, wie der Autor sie erdacht hat: auf der Bühne.

Und so verwandelte sich das Forum der Europaschule Langerwehe zu einer Bühne, wo Spottiswoode nun schon zum dritten Mal seinen interaktiven Vortrag vor Langerweher Publikum darbot. Wie immer fing er an mit einem Vergleich zwischen dem Theater zu Shakes-
peares Zeiten und heute, den Unterschieden in der Architektur, der gesellschaftlichen Funktion und auch der sozialen Stellung der Schauspieler. Während es heute zwischen Publikum und Schauspielern keine Interaktion gibt, so war dies im runden Globe Theatre sowohl aufgrund der Form des Theaters und der Bühne und der Lichtverhältnisse ganz anders.

Sechs „Freiwillige“ aus der Zuhörerschaft halfen dabei, die geschlechterspezifische Vielschichtigkeit von Shakespeares Stücken dar-
zustellen anhand der Zusammenfassung der Charakterkonstellation in Shakespeares Twelfth Night (deutsch: Was ihr wollt). In diesem Stück verwirren zahlreiche Verkleidungen und Verwechslungen von Mann und Frau und die Tatsache, dass zur Zeit Shakespeares alle Rollen von männlichen Schauspielern gespielt wurden, kommt hier besonders zum Tragen.

Nach einem weiteren Mimik- und Gestik-gespickten Exkurs über die Sprache Shakespeares mündete der Vortrag dann in tosendem Applaus und der oben beschriebenen Erkenntnis, dass der große Dramatiker noch heute begeistern kann – zumal, wenn Patrick Spottiswoode ihn vermittelt.