Streitschlichtungsprojekt


Paten und Patinnen des 5. Jahrgangs :Schüler und Schülerinnen des 9. und 10. Jahrgangs
Habt ihr Streit? Dann kommt zu uns! Wir sind 5 Mädchen aus der 10. Klasse und möchten versuchen, mit euch gemeinsam eine Lösung des Problems zu finden, damit ihr unbeschwert durch euren Schultag kommt. Alles was ihr uns erzählt, behandeln wir vertraulich, d.h. wir erzählen es nicht an andere Schüler oder Lehrer weiter. Wir sind unparteiisch, halten also nicht zu einer bestimmten Gruppe. Es ist wichtig, dass ihr freiwillig zu uns kommt, denn nur so können wir eine Vereinbarung finden, mit der alle zufrieden sind.

Wo findet ihr uns? In jeder Pause sind wir im Streitschlichterraum. Ihr könnt uns dort jederzeit aufsuchen, falls ihr Streit habt und diesen lösen wollt. Ihr könnt aber auch einen Termin vereinbaren, entweder mit uns oder mit Frau Michels am Lehrerzimmer.

Wie erkennt ihr uns? Damit ihr wisst, wen ihr ansprechen müsst, hängen unsere Fotos am Bistro aus.

Wo und wann wird der Streit geschlichtet? Die Schlich-
tungsgespräche führen wir im Streitschlichterraum im Gebäude II, Raum 309. Hier können wir in aller Ruhe mit euch den Streit besprechen. Manchmal muss der Streit auch während des Unterrichts geschlichtet werden, daher müssen wir mit euren Lehrerinnen und Lehrern absprechen, dass ihr vom Unterricht befreit werdet, wenn es möglich ist.

Ihr möchtet auch Streitschlichter werden? Jedes Schul-
jahr wird für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 und 9 eine AG angeboten. Die Ausbildung dauert fast das ganze Schuljahr. Geschlichtet wird dann im darauf folgenden Schuljahr. Parallel dazu läuft dann wieder die Ausbildung der neuen Schlichter/innen. Jungs sind (leider!) in der Minder-
heit, aber sehr willkommen!!

Allgemeines zur Streitschlichtung an der Europaschule Langerwehe
Schülerinnen und Schüler lernen "anders streiten" und einen effektiven Umgang mit Konflikten Ein typischer Streitfall in der Schule: Andrea aus der 6b will gerade ihre Getränke-
flasche aus dem Automaten nehmen, als Peter aus der 6d sie wegstößt und mit der Flasche das Weite sucht. Am Tag vorher hatte sie ihm "Doofmann" und "Sitzenbleiber" nachgerufen. Eine Lehrerin verdonnert Peter dazu, Andrea eine neue Flasche zu kaufen. Am nächsten Tag stellt Peter Andrea ein Bein. Eine Kettenreaktion

Solche Konflikte entstehen im alltäglichen Leben und auch gerade in der Schule. Viele dieser Konflikte können schnell von den Streitenden geklärt werden, manchmal aber sind die Streithähne so auf ihre Standpunkte fixiert, dass sie dem Gegenüber nicht mehr zuhören können. Für diese Fälle gibt es Schlichter (auch Mediatoren), die den passenden Rahmen für eine vernünftige Schilderung der Streitursache schaffen. Ob es sich dabei um beschädigte Gegenstände oder Be-
schimpfungen handelt, spielt im Grundgedanken der Medi-
ation keine Rolle.

Die Mediation in der Schule
Die Mediation kann eine wichtige Rolle im Schulalltag übernehmen, denn durch dieses Verfahren kann in der Schule eine sinnvolle Streitkultur unter den Schülerinnen
und Schülern etabliert werden, die es ihnen ermöglicht, mit Konflikten sinnvoll umzugehen und diese auch selbstständig zu lösen. Konflikte unter Schülerinnen und Schülern werden nicht immer zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst und oft muss die Lehrerin oder der Lehrer schnell eine Art "Richterfunktion" übernehmen, wenn der Konflikt an sie oder ihn herangetragen wird und die Streitenden nicht selbst wieder Frieden schließen. Im ungünstigsten Fall gehen dann beide Streitparteien als "Verlierer" aus diesem Konflikt heraus und sind unzufrieden.

Die Streitschlichter/innen der Europaschule Langerwehe haben nach dem Bensberger Mediationsmodell das Ziel, den Konfliktparteien die Möglichkeit zu einem Kompromiss zu geben, mit dem sie beide zufrieden sind. Ein erfolgreiches Streitschlichtungsgespräch möchte nur Gewinner kennen.

Es ist wichtig, dass eine neutrale Person die Rolle des Schlichters übernimmt und es hat sich erwiesen, dass die "Peer-Methode" sehr erfolgreich ist, das heißt, dass Schü-
lerinnen und Schüler den Streit unter Schülern schlichten. Oftmals haben die Streitenden weniger Bedenken, ihren Mitschülern die Ursachen des Streits und seine Folgen zu erzählen, als sich ihren Lehrerinnen und Lehrern zu offenbaren.

Dazu müssen Jugendliche von Mediationsleitern verantwor-
tungsbewusst ausgebildet werden. Schließlich übernehmen sie als Vermittler eine wichtige Aufgabe beim Schlichten eines Streites. Streitschlichter sollten daher bereit sein, sich während der Ausbildung auf Übungen, Rollenspiele und Gruppenarbeit einzulassen, gerechte Lösungen bei Strei-
tigkeiten als wichtig erachten und eigene Erfahrungen mit Konflikten einbringen können.

Das Streitschlichtungsmodell an der Europaschule Langerwehe
An der Gesamtschule schlichten zur Zeit 10 Schülerinnen und 4 Schüler des 9. und 10. Jahrgangs mit der Unterstützung der Lehrerin Frau Michels-Thieron die Konflikte ihrer Mitschü-
lerinnen und Mitschüler aus den meist jüngeren Jahrgangs-
stufen: Lena Albertz, Lobo Deubgen, Gina Dreßen, Jaqueline Eßer, Christopher Esser, Jessica Fisch, Jennifer Fraszcak, Priscilla Garcia, Lea Geffers, Yvonne Hermanns, Nils Hoizing, Carina Meisen, Marlon Rheinberg, Jana Rath haben die Ausbildung zur Streitschlichterin, zum Streitschlichter nach dem Bensberger Mediationsmodell erfolgreich absolviert. Ausbilderin ist Frau Michels Thieron. Geschlichtet wird zu zweit, damit sich die Schüler/innen gegenseitig unterstützen können.

Die Streitschlichter/innen der Gesamtschule haben einen festen Platz in den Pausen, an welchem sie von Konflikt-
parteien aufgesucht werden können und ein Termin zur Schlichtung ausgemacht werden kann.Dieses möglichst zeitnahe Schlichtungsgespräch wird anschließend im eigenen Streitschlichtungsraum der Schule geführt (Raum 309). Das Gespräch verläuft nach festen Regeln und einem Schlich-
tungsablauf, der beiden Parteien das freie Sprechen ermöglicht.

Die Patinnen der 5a
Patinnen und Pate der 5b
Paten der 5c
Patinnen der 5d
Patinnen der 5e

Wichtige Kriterien für ein Schlichtungsgespräch sind

  • Freiwilligkeit der beiden Konfliktparteien
  • Neutralität der Schlichter,innen
  • Vertraulichkeit des Gesprächs
  • feste Gesprächsregeln

Grobübersicht über den Schlichtungsablauf

1. Vorstellung: Schlichter,innen stellen sich vor und sichern Vertraulichkeit zu. Die Freiwilligkeit der Anwesenden wird betont.

2. Einleitung: Vereinbaren und Festlegen von Gesprächsregeln, organisatorische Fragen klären, Einigung bzw. Auslosung, welche Partei zuerst das Wort hat

3. Sichtweisen: Austausch der Standpunkte der Beteiligten, Schlichter/innen wiederholen durch „Aktives Zuhören“

4. Lösungen: Missverständnisse und Probleme klären, gegenseitiges Verständnis entwickeln (Rollentausch), Lösungsvorschläge werden gesammelt und diskutiert

5. Abschluss: eine von beiden Seiten akzeptierte Lösung wird schriftlich festgehalten (Schlichtungsvertrag), die Konfliktparteien unterschreiben eine Vereinbarung, die Schlichter/innen danken für die Mitarbeit, ein Schlichtungsformular wird abgeheftet und ein weiterer Termin zur Nachbesprechung vereinbart

Das Streitschlichtungsmodell fordert von den Schülerinnen und Schülern Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit und ist ein wichtiger Baustein des „Sozialen Lernens“. Nicht nur die Mediatoren selbst erwerben wichtige soziale Kompetenzen, die ihnen auch in ihrem außerschulischen Umfeld und auch im späteren Leben hilfreich sein können, auch die Streitparteien erhalten im Schlichtungsgespräch mögliche Im-
pulse für den späteren konstruktiven Umgang mit Konflikten. Die Streitschlichter/innen treffen sich regel-
mäßig und besprechen wichtige Angelegenheiten, diskutieren anonymisierte Fälle und üben ihre Kompetenzen in der Schlichtung.

Streitschlichter sind auch Paten
An unserer Schule ist es in den letzten Jahren guter Brauch, dass die Streitschlichter,innen zusätzlich zu ihrer Schlichteraufgabe freiwillig eine Patenschaft für die 5. Klassen übernehmen. Sie erleichtern durch ihre intensive Betreuung unseren neuen Schülerinnen und Schülern die Eingewöhnung.

Beispiele für ihre Aktivitäten:

- Begleitung während der ersten Woche in der Pause, beim Essen, bei
  der Schulrallye, im Bus, auf dem Ausflug zur Lauffenburg

- Angebote während der Mittagsfreizeit wie Spielen, Basteln,
  „Klönen“ usw.